Der Kopf

Keine andere Rinderrasse in Deutschland zeichnet sich durch einen eindrucksvolleren und malerischeren Kopf aus. Er soll ausdrucksvoll und harmonisch zum Gesamttier passen. 



Breit zwischen den lebhaften Augen, die von einem langen buschigen Haarschopf überdeckt sein sollen, ist er mehr kurz, einem, gleichschenkligem Dreieck ähnlich. Das Flotzmaul ist, von der Seite gesehen, kurz. In der Vorderansicht ist es breit mit großen Nüstern. Für einen idealen Landschaftspfleger, bedingt durch hervorragende Weideeigenschaften, müssen das Maul und insbesondere das Gebiss fehlerfrei sein. 



Aus verschiedenen Hornformen lassen sich die unterschiedlichen Blutlinien erkennen. Die dem Hochlandrind sein majestetisches Aussehen verleihen, möglichst symmetrischen Hörner sollen beim Bullen waagerecht aus der Hornwurzel kommen und kräftig und glatt sein. Nach kurzem geraden Verlauf in einer Ebene sind sie nach vorne gebogen. Die Hörner unterstreichen den maskulinen Typ des Bullen. In der Regel sind die symmetrischen Hörner der Kuh sind deutlich länger, an der Hornwurzel nicht so stark und bei großer Ausladung nach oben gebogen. Unterschiedliche Formen sind möglich. 



Die buschig behaarten, großen Ohren haben einen auffallend langem Behang. Sichtbare genetisch bedingte Deformationen der knorpeligen Ohrmuschel sind nicht das Zuchtziel.


Der Körper

Bei kräftigem Fundament haben die Tiere einen langen geraden und gut bemuskelten Rücken. Weitere Merkmale sind ausgeprägte Brusttiefe, gut angesetzte, runde und tiefe Rippen, ein breiter Hüfthöckerabstand bei proportional langem Becken.
 Die muskeltragenden Partien Schulter, Brust und Keule sollen gleichmäßig gut proportionietr sein.


Die Haare

Zum Schutz vor Kälte, Regen, Hitze und Parasiten sollte das den ganzen Körper bedeckende Fell üppig im Unterhaar und lang im Oberhaar sein. Es giebt den Tieren ihr charakteristisches, urwüchsiges Aussehen. Vorherschende Farben sind rot, gelb und schwarz; gestromt (brindle), graubraun (dun) und weiß sind seltener. Weiße Flecken unterschiedlicher Größe am Unterbauch kommen vor. Haben Tiere an anderen Körperteilen weiße Flecken, müssen , um die Reinrassigkeit nachzuweisen, lückenlos fünf Generationen dem Zuchtverbandvorgelegt werden. Sonst erfolgt keine Herdbucheintragung.


Die Klauen

Gesunde Klauen sind für leistungsstarke, langlebige Hochlandrinder eine wichtige Voraussetzung. Erbbedingte Schwäche im Fundament führt zu mechanischen Überbelastungen und zu Klauenerkrankungen. Eine gesunde Klauenspreizung ist erwünscht.


Der Nacken

Derr ausgereifte Bulle hat die typische muskulöse Nackenwölbung, die mit welligem Haar bedeckt ist und seine maskuliene Erscheinung unterstreicht. Beim weiblichen Tier bildet der Nacken eine gerade Linie zwischen Kopf und Schulter.


Der Rücken

Der gut bemuskelte Rücken soll verhältnismäßig lang, breit und gerade sein. Eine im Beckenbereich zum Schwanzansatz hin leicht ansteigende Rückenlinie begünstigt die Leichtkalbigkeit.


Die Schultern

Die ausgeprägten bemuskelten Schultern sollen fest dem Brustkorb anliegen und keine Schnürung am Übergang zum Brustkorb aufweisen.


Das Becken

Wegen der rassetypischen und haltungsbedingt notwendigen Leichtkalbigkeit und, um Kälberverluste zu vermeiden, wird ein funktionsfähiges Becken gefordert. Aus diesem Grunde ist eine Zuchtauslese auf eine stärker bemuskelte Hinterhand problematisch. Die wulstige Muskelfülle anderer Fleischrinderrassen ist nicht rassetypisch für das Schottische Hochlandrind.


Die Euter

Gefordert wird, seiner wirtschaftlichen Bedeutung wegen, ein am Bauch fest ansitzendes Drüseneuter mit nicht zu langen und zu dicken Strichen, die vom Kalb gut zu erreichen und leicht anzusaugen sind.


Die Gliedmaßen

Besondere Beachtung findet die Korrektheit der Gliedmaßen. Das niedrig gestellte Tier macht von vorne und oben gesehen einen stämmigen Eindruck. Die Tiere sollen 20 Jahre und mehr auf diesem Fundament laufen. Abkalbungen in diesem Alter sind keine Seltenheit und unterstreichen so die hohe Wirtschaftlichkeit der Mutterkühe.


Highland Cattle sind spätreif; weibliche Tiere können jedoch schon mit 6 Monaten geschlechtsreif werden. Färsen sollten nicht vor einem Alter von 30 Monaten erstmals dem Bullen zugeführt werden. Bullen sollten nicht sogleich nach der möglichen Körung von 12 Monaten als Deckbulle in der Herde eingesetzt werden. 
Die Bullen sind nur weidemastfähig. Das ideale Schlachtalter der Bullen und Ochsen bei ganzjährigem Weidegang liegt bei 24-30 Monaten. Die Tierkörper hängen etwa 14 Tage ab und liefern ein sehr wertvolles Quallitätsfleisch.


Maße und Gewichte: Kühe - Bullen 


Widerristhöhe: 110-120 cm - 125-135 cm


Gewicht: 400-580 kg - 650-750 kg


Geburtsgewicht: 20-25 kg - 23-30 kg 


365 Tagesgewicht: 190-250 kg - 220-300 kg 


Erstkalbealter um 40 Monate 



 

Erstellt vom VDHC auf Schloß Schöneck am 03.04.1993.